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GLAUBE | LIEBE | HOFFNUNG
Kunst an sakralen Orten in Gräfelfing

4. GRÄFELFINGER KUNSTPREISES 2018

Sheila Furlan wurde für ihr Werk „Zum Himmel„, einer Rauminstallation
in der Kirche St. Johannes der Täufer in Altlochham mit einem

Anerkennungspreis und den Publikumspreis ausgezeichnet.

Die Himmelsleiter, aus hauchdünnem Seidenstoff und zentralperspektivisch genähten Stufen transzendiert quasi im Gegenlicht des Kirchenfensters. Dadurch wirkt sie wie ein Vehikel vom Irdischen ins Überirdische. Durch die besondere Inszenierung und Ausführung gelingt es der Künstlerin, eine neue, sichtbare doch nicht greifbare Dimension in den Kirchenraum zu holen. Neben der aufwändigen und handwerklich präzisen Ausführung hat besonders die gelungene Wahl im Kirchenraum vor einem der Fenster überzeugt, durch das während der Öffnungszeiten der Ausstellung häufig das Licht fällt und die Arbeit zum Strahlen bringt, was das Publikum besonders fasziniert.

Die Himmelstreppe ist noch in der St. Johannes der Täuferkirche in Lochham zu sehen.

www.glaube-liebe-hoffnung.com

 

HAUSARBEITEN
Zum Verhältnis von Weiblichkeit und Macht

Gruppenausstellung in der Villa Zierer

Leonie von Carnap (Fotografie)  |  Sheila Furlan (Objektkunst, Fotografie)
Tanja Hirschfeld (Ölbilder, Monotypien)  |  Sabine Magnet (Objektkunst, Performance)
Samantha Mariuzzi (Objektkunst)  |  Cendra Polsner (audiovisuelle Installationen, Grafik)

Mit Auftritten von Masako Ohta (Pianistin) und Katja Brenner (Schauspielerin)

Samstag, 22.9.2018, 16 – 22 Uhr   |   Es werden Häppchen gereicht. Cocktails & Punch ab 19:00
Lesung um 19:30 Uhr
Sonntag, 23.9.2018, 12 – 19 Uhr    |   Kaffee & Gebäck

Villa Zierer, Weiherweg 5, 82194 Gröbenzell
villa-zierer.de

Eintritt frei

Wegbeschreibung
S 3 Richtung Mammendorf (alle 20 Minuten), Haltestelle Gröbenzell: die Bahnhofstraße entlang, rechts ab in den Weiherweg

Das Thema Macht in Bezug auf das Verhältnis der Geschlechter wurde in den vergangenen zwei Jahren intensiv diskutiert. Doch Macht hat viele Dimensionen im weiblichen Bezugsraum. Ein Wochenende lang zeigen sechs Künstlerinnen ihre Positionen zum Thema in der Villa Zierer in Gröbenzell. Das Gebäude aus den 1950er Jahren ist die perfekte Kulisse: Die davidlyncheske Atmosphäre des Hauses verleiht der Gruppenausstellung ein surreales Moment. Salon, Esszimmer, Treppenhaus, Keller, Bibliothek und Arkadengang werden zu Ausstellungsflächen für die Arbeiten, die mit den Räumen interagieren und die Energie des Hauses beeinflussen.

‚Sheila Furlan näht Alltagsgegenstände aber auch menschliche Körper in eine durchsichtige Haut aus Organzastoff ein. Es entstehen transparente, dünnhäutige Arbeiten, die durch ihre membranartige Oberfläche Einblicke in Innenräume gewähren und dialektische Wechselspiele zwischen innen und außen, zwischen Raum, Transparenz und Volumen zeigen. In der Folge schlüpft der Gegenstand oder der Körper wieder aus seiner Haut und es bleibt ein fragiler Kokon zurück, der die Erinnerung an den ursprünglichen Zustand speichert. Aber auch Schriftzüge ausgewählter Briefe, geheime Botschaften und Zeichnungen finden sich wie Erinnerungsspuren auf hauchdünnes Seidengewebe sorgfältig gestickt und auf fragile Rahmengestelle gespannt. Hierbei ist sowohl die Vorder- wie auch die Rückseite der Stickarbeiten offengelegt. Lange Fäden hängen an Wort- und Satzenden oder verbinden diese inhaltsreich miteinander.‘

Text von Dr. Cornelia von Detten (Kunsthistorikerin, Kuratorin) 2018

 

Der Raum, den die Künstlerin Sheila Furlan mit ihren Objekten, Installationen und Fotografien erschafft, ist so greifbar wie das Äußere und so betretbar wie das Innere einer Seifenblase.
Mit hauchdünner aber stabiler Seide überzogene oder eingenähte Objekte erschließen sich dem Anblick und verweigern sich dem Zugriff. Man kann den entstandenen Zwischenraum auch mit Augenblicken zwischen Wachen und Einschlafen vergleichen, in denen eine Träumer deutlich sieht, was er träumt. Jedoch verschwinden seine Bilder sobald er sich ihrer bemächtigen will.‘

Text von Cornelia Kleÿboldt (Kunsthistorikerin M.A.)

 

Sheila Furlan ist eine Meisterin der Verfremdung‘

Aussage von Uwe Mitsching (Kulturjournalist)

 

Für Ihre Werke gibt es keine Schubladen…Wenn sie (die Besucher) sich auf den Gedanken, der dahinter steht, eingelassen haben, ist so manches verzückte Lächeln zu sehen, wenn die Betrachter den Zwischenraum entdecken, den ihnen die Künstlerin präsentiert. …Sheila Furlan schafft es mit ihren Objekten, dass man beginnt, in neuen Bahnen zu denken…‘

Text von Doris Distler (Journalistin)